Menü
Nährwert: 456
Zubereitungszeit: 4320
Kategorie: italienische traditionelle Küche,
Länderküche: italienisch
Keywords: focaccia, Pinsa Romana, weiße Pizza, römische Pizza
prepTime: 75
Portionen: 1

Dieses Rezept hat mir, das kann ich ohne Übertreibung sagen, jede Menge Inspiration für das Pizzabacken gegeben. Die Rede ist von der Pinsa Romana, eine Ur-Form der Pizza. Auch wenn sie zum Verwechseln ähnlich aussieht, ist sie doch sehr unterschiedlich. Durch die Art der Zubereitung ist sie deutlich bekömmlicher als die Art des Teigfladens, die uns fast überall auf der Welt serviert wird.

Beim Kochblog meines Vertrauens. Lamiacucina, bin ich mal wieder über ein Rezept gestoßen, dass ich natürlich sofort ausprobieren musste. Natürlich kann ich nicht widerstehen, wenn die Überschrift Pinsa Romana, die bessere Pizza heißt. 

Also habe ich mich auf den Weg in den Supermarkt gemacht und alles besorgt, was man so braucht. Ich habe mich nicht strickt an das Rezept gehalten, sondern mich nur inspirieren lassen, es waren also die ersten Gehversuche eines längeren Wegs, der mir vermutlich auf der Pinsa-Romana-Reise noch bevorsteht. 

Wenig Hefe - aber viel Zeit

Wichtige Info vorweg: Dieser Teig braucht Zeit. Sehr viel Zeit. Genauer gesagt mindestens 72 Stunden, die der Teig im Kühlschrank reifen und sich entwickeln muss. Diese Zeit musst du also unbedingt einplanen – sonst wird das alles nichts. Der Grund ist, das hier so gut wie keine Hefe ihren Einsatz findet. Das sorgt dafür, dass der Teig sehr bekömmlich ist und im Bauch nicht mehr weiter gährt. Falls du eine gute Waage suchst, mit der du auch so kleine Mengen locker abwiegen kannst, findest du hier bei Amazon eine praktische Taschenwaage.

Ebenfalls überraschend ist die geringe Menge an Salz, die du hier verarbeitest. Du verteilst das Salz erst nach dem Backen über der Pinsa.  

Dies ist das Teigrezept für vier große Pinse – das reicht für ca. 8 Personen 

350 Gramm Dinkelmehl - Typ 630
350 Gramm Pizzamehl Tipo 00
100 Gramm Vollkornweizenmehl
150 Gramm Reismehl
100 Gramm Kichererbsenmehl
ca. 800 ml kaltes Wasser
500 mg Trockenhefe
10 Gramm Salz
10 ml  Olivenöl

 

Pinsa Romana Teig kneten
Eine sehr feuchte Angelegenheit: Den Teig der Pinsa Romana kneten

 

1. Lös die Trockenhefe in ca. 50 ml des Wassers auf.

2. Gib die Mehle zusammen in eine Schüssel. 

3. Füg die Hefe-Wassermischung und das restliche Wasser hinzu und fang schon mal an, den Teig zu kneten und füge nach ca. 5 Minuten das Salz hinzu.

4. Knete den Teig circa 20 Minuten und füg kurz vor Schluss das Olivenöl hinzu. Nicht wundern: Der Teig ist deutlich klebriger als ein herkömmlicher Pizzateig, da der Wassergehalt sehr hoch ist. 

5. Lass den Teig nun eine halbe Stunde ruhen, lass aber alle zehn Minuten die Knethaken ein paar Runden durch den Teig drehen.

6. Verschließ nun den Teig in einer Schüssel und stell das alles in den Kühlschrank. Wie oben schon beschrieben mindestens 72 Stunden. Pizza ist schließlich kein Fast Food.

7. Hol den Teig drei Stunden bevor du ihn in den Ofen schiebst aus dem Kühlschrank heraus, damit er Zimmertemperatur bekommt. 

8. Nun solltest du den Teig dehnen und falten, damit er ein besseres Klebegerüst erhält. Dazu musst du das obere Drittel des Teigs dehnen und auf das mittlere Drittel legen. Mit dem unteren Drittel verfährst du genauso. 

9. Nun breitest du den Teig auf einem Backblech aus, drückst mit allen Fingern gleichzeitig kleine Vertiefungen in den Teig.

10. Schieb den Teig bei ca. 200 Grad in den Ofen und back ihn circa 15 bis 20 Minuten. 

Der fertige Teig auf einem Pizzaschaber

 

Normalerweise wird die Pinsa Romana erst nach dem Backen belegt, natürlich kannst du das aber auch – wie bei einer normalen Pizza – vorher erledigen. Traditionellerweise kannst du alles auf die Pinsa Romana packen, was du gerne magst. Dadurch bist du deutlich freier und experimenteller als bei einer neapolitanischen Pizza. Das habe ich auch so gemacht, wie du auf den Bildern sehen kannst. Da der Rand ziemlich dick geworden ist, habe ich bei der zweiten Fuhre ihn etwas flacher gedrückt, mit Käse gefüllt und so eine Cheesy Crust gebacken. Bisher hatte ich mich immer dagegen geweigert, Mozzarella im Rand zu verstecken, weil es mich zu sehr an Fast-Food-Pizza-Tempel erinnert hat, als an anständiges und liebevolle zubereitetes Essen. Hat sich aber auf jeden Fall gelohnt und funktioniert hervorragend. 

Mich hat insgesamt der Geschmack des Teigs so überzeugt, dass ich vermutlich nie wieder eine Pizza ohne Reismehl backen kann, sie wird einfach unfassbar knusprig. Das Kichererbsenmehl ist zugegeben Geschmacksache, ich werde es beim nächsten Mal vermutlich im Regal stehen lassen oder auch passend dazu dem Belag eine orientalische Note geben, damit das geschmacklich runder wird.

 Shop at Salamico: Keine Lust, die einzelnen Zutaten selbst zu besorgen? Hier gibt's meine fertige Backmischung auf etsy.

Eine fertige Pinsa Romana 

Pinsa Romana Nährwerte pro Portion - dazu kommt natürlich noch der Belag


456 2g 16g
Kalorien Fett Eiweiß

Mehr Informationen zur Nährwertberechnung gibt es hier.

"

Kommentare   

0 #9 Manfred 2020-09-08 20:06
Bei einer guten Pizza kommt ebenfalls wenig Hefe in den Teig und man gibt dem Teig mindestens 24 Stunden - besser 48 Stunden im Kühlschrank. In meinem Teig zb. kommt bei 1000 Gramm Mehl statt des 3/4 eines Hefewürfels maximal 1/4 rein. Im Gegensatz zur Pinsa ist der Teig aber etwas salziger, da ja die süße Tomatensüße darauf kommt ...
Zitieren
+2 #8 Dominik 2020-06-26 08:33
Klingt super, und ich hoffe, dass du mal wieder eine Pinsa machst. Wenn du mir eine Mail an schickst, kann ich dir einen Rabattgutschein für die nächste Bestellung schicken :-)
Zitieren
+1 #7 Alex 2020-06-25 17:42
zitiere Dominik:
zitiere Alex:
P.S. Bezieht sich auf die salamico-Fertigmischung

Hi Alex, freut mich sehr, dass dir die Backmischung geschmeckt hat. Wir haben lange getestet, um ein gutes Mischverhältnis hinzubekommen. Super auch, dass du offensichtlich mit dem feuchten Teig klar gekommen bist, der in der Tat nicht einfach zu bearbeiten ist.


Hi Dominik, ich habe den Teig nach einem, zwei und vier Tagen ausprobiert. Am ersten Tag war er wirklich sehr feucht. Am besten streut man etwas Mehl, bei mir war es Vollkornmehl, auf Backpapier, wälzt den Teig ein bißchen darin, und dann kann man ihn wunderbar erst vorsichtig rollen, um Fläche zu erhalten und dann mit den Fingern in Form drücken/ziehen.
Zitieren
0 #6 Dominik 2020-06-25 11:42
zitiere Alex:
P.S. Bezieht sich auf die salamico-Fertigmischung

Hi Alex, freut mich sehr, dass dir die Backmischung geschmeckt hat. Wir haben lange getestet, um ein gutes Mischverhältnis hinzubekommen. Super auch, dass du offensichtlich mit dem feuchten Teig klar gekommen bist, der in der Tat nicht einfach zu bearbeiten ist.
Zitieren
+1 #5 Alex 2020-06-25 08:46
P.S. Bezieht sich auf die salamico-Fertigmischung
Zitieren
+1 #4 Alex 2020-06-25 08:44
1000 Jahre alt oder nicht, der Teig ist spitze, er hat diesen „artisanale“-Touch. Er ist nach drei oder vier Tagen übrigens wirklich deutlich besser als nach einem. Ich danke vielmals für diese Entdeckung.
Zitieren
0 #3 Dominik 2020-06-08 22:05
zitiere Uli:
Die 500mg Hefe im Rezept können eigentlich nicht stimmen; 500mg sind 0,5g!! Eher 50g...

Hallo Ulli! Doch, die Menge stimmt! Der Teig kommt mit fast keiner Hefe aus, ist auch im Text oben erklärt. Der Teig gelingt trotzdem - wegen der langen Gehzeit. Einfach mal ausprobieren!
Zitieren
0 #2 Uli 2020-05-22 16:07
Die 500mg Hefe im Rezept können eigentlich nicht stimmen; 500mg sind 0,5g!! Eher 50g...
Zitieren
+4 #1 uschi 2020-05-16 12:46
die story mit der 1000 jahre alten pinsa ist übrigens frei erfunden, wie der erfinder selbst vor kurzem in einem zeitungsinterview erläutert hat. die story sollte lediglich helfen, das produkt besser zu verkaufen...
Zitieren

Kommentar schreiben

Sicherheitscode
Aktualisieren

Bewertung: 5 / 5

Stern aktivStern aktivStern aktivStern aktivStern aktiv
 

Suche

Kommentare

Schon gebacken?

Lahmacun: Mehr als nur eine türkische Pi…

Die meisten von uns bestellen beim Türken ums Eck vermutlich einen Döner. Dabei ist Lahmacun eine leckere Alternative zum beliebten Streetfood und kann auch mit einer italienischen Pizza mithalten.

Schnizza: Die leckerste Low-Carb-Pizza d…

Du meidest Pizza, weil du dir keine Kohlenhydrate einverleiben möchtest? Dann probier es doch mal mit einer Schnizza – Schnitzel meets Pizza! Fleisch statt Weizenmehl, Proteine statt Kalorien und garantiert Gluten-frei. Auch für Paleo-Fans ist die Variante geeignet.  

Pizza Grundteig: Schneller Pizzateig für…

Einfacher Pizzateig mit Trockenhefe - direkte Teigführung

Der Pizzateig ist die wichtigsten Zutat einer Pizza – daher solltest du hier auch mit besonders viel und italienischer Leidenschaft an das Thema rangehen. Mit diesem Grundteig bekommen auch Einsteiger eine leckere Pizza hin  

Pinsa Romana: Welcher Belag passt am bes…

Die Pinsa Romana ist in aller Munde – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Im Gegensatz zu einer Pizza ist man hier deutlich freier, was den Belag angeht. Aber was packt man am Besten auf den Fladen?

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies).

Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.