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Die Süddeutsche Zeitung hat darüber berichtet, auch die Sendung Galileo hat ihr einen Beitrag gewidmet: Die Rede ist von der Pinsa Romana. Was steckt hinter dem Phänomen und was sind die Unterschiede zu einer herkömmlichen Pizza? 

 

Pinsa Romana: Nicht zu verwechseln mit Pizza

Wenn die Pinsa auf dem Teller liegt, unterscheidet sie sich nicht sonderlich von einer herkömmlichen Pizza. Lediglich die Form ist anders. Während die Pizza in der Regel rund ist, kommt die Pinsa eher länglich auf den Teller. Optisch ist sie also näher dran an einem Focaccia oder einer Pizza alla Pala.

Aber dennoch kann man die beiden Fladenbrote nicht miteinander vergleichen, denn sie unterscheiden sich nicht nur in der Zusammensetzung sondern auch in der Zubereitung.

 

Was ist eine Pinsa Romana überhaupt?

Die Pinsa Romana besteht aus unterschiedlichen Mehlen, die kombiniert werden. Während herkömmliche Pizzen oft mit nur einem Weizenmehl auskommen, tummeln sich in der Rührschüssel einer Pinsa Romana verschiedene Arten. In der Antike kamen wohl Hirse, Gerste und Dinkel zum Einsatz, heutzutage hat sich eine Mischung aus Pizzamehl, Dinkelmehl, Vollkornweizenmehl sowie Reismehl und Soja- oder Kicherebsenmehl etabliert.

Diese bunte Mischung gibt der Pinsa einen sehr prägnanten Geschmack, das Reismehl verleiht dem Fladen den nötigen Biss. Hefe knetet man nur sehr sparsam darunter, auch das Salz findet erst nach dem Backen seinen Weg auf den Fladen. Zudem kommt sehr viel Wasser zum Einsatz. Wer es wirklich authentisch will, muss mit einer Hydration von 80 Prozent zurecht kommen. Hier ist handwerkliches Geschick gefragt, wenn man diesen Teig bändigen will.

Das alles sind natürlich große Unterschiede zu einer normalen Pizza Napoletana. Doch der vermutlich wichtigste Punkte: Der Teig benötigt Zeit zum gehen. Viel Zeit. Man muss schon mal 72 Stunden mit einkalkulieren, wenn man eine echte Pinsa Romana aus dem Ofen ziehen möchte. Das alles macht die Pinsa sehr bekömmlich, denn es gibt keine Hefe, die nach dem Essen im Bauch ihr Unwesen treiben könnte. Wer eine Pinsa Romana nachbacken möchte, findet hier ein Rezept für eine Pinsa Romana.

Der Ursprung der Pinsa Romana

Die Legende sagt, dass die Pinsa Romana schon vor Tausend Jahren gebacken wurde. Ob das wirklich stimmt, sei mal dahin gestellt. Es gibt wohl kaum oder besser gesagt gar keine Beweise, wie die Zusammenstellung der vermeintlich antiken Pizza wirklich war. Eines ist sicher: Das jetzige Rezept mit Sojamehl, das man oft im Internet findet, ist auf keinen Fall Tausend Jahre alt. Denn Soja spielte erst ab dem 19. Jahrhundert in Europa eine Rolle, vorher war Pflanze hierzulande nicht bekannt. Doch gibt es überhaupt eine antike Pinsa oder ist die Geschichte nur erfundnen? Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung ist die Tausend Jahre alte Geschichte frei erfunden. Der Römer Alberto Di Marco, der in der vierten Generation ein Backunternehmen führt, soll sich die ganze Geschichte erfunden haben – einzig und allein aus Marketing-Gründen. Ob PR-Gag oder historisches Gericht: Lecker ist die Pinsa allemal. 

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